Psychomotorikförderung in der Max & Moritz Schule

Psychomotorische Bewegungsförderung

Je nach Kapazitäten bietet die Max & Moritz Schule pro Schulgebäude einmal wöchentlich eine zusätzliche Bewegungsförderung im Bereich Psychomotorik an, die sich voranging an Kinder der Schuleingangsphase richtet.


Für den ganzheitlichen Entwicklungsprozess des Kindes hat Bewegung eine ganz fundamentale Bedeutung. Der Begriff Psychomotorik verweist auf den Zusammenhang zwischen körperlichen und seelischen Prozessen des Menschen. Psychomotorik im pädagogischen Sinne nutzt die Wechselwirkung von Bewegung und Wahrnehmung, denn Bewegung wirkt sich auf die kognitiven, emotionalen und motivationalen Bereiche aus.

Psychomotorische Bewegungsförderung ist eine ganzheitliche Entwicklungsförderung (vgl. Zimmer 2006, 182), die das Körperkonzept als Grundlage der kindlichen Identitätsentwicklung betrachtet (vgl. Fischer 2001, 79; Zimmer 2006, 45). Sie gibt Raum für kindliches Bewegungshandeln und wirkt durch gezielte Angebote und Impulse darauf ein.

Somit steht einerseits die Stabilisierung der Persönlichkeit im Vordergrund, „…andererseits soll jedoch auch eine Bearbeitung motorischer Schwächen und Störungen, aber auch der Probleme des Kindes in der Auseinadersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt ermöglicht werden.“ (vgl. Zimmer 2006, 22)

Die Inhalte psychomotorischer Bewegungsförderung lassen sich in drei Bereiche gliedern. Körper- bzw. Selbsterfahrungen beinhalten die Wahrnehmung und das Erleben des eigenen Körpers, Körperbewusstsein, Sinneserfahrungen und Akzeptanz der eigenen Person[1]. Zu Materialerfahrungen gehören die Auseinandersetzung mit den räumlichen und dinglichen Gegebenheiten der Umwelt, das Erfahren physikalischer Gesetzmäßigkeiten (Gleichgewicht, Schwerkraft, Widerstand, Fliehkraft), kurzum das erkundende und experimentelle Lernen über Bewegung[2]. Der dritte Bereich umfasst die Sozialerfahrungen. Dieser Bereich beinhaltet das Aufstellen von Regeln, das Erfahren von Kooperation und Konkurrenz, Nähe und Distanz und das Kommunizieren über Bewegung[3] (vgl. Zimmer 2006, 23f.).

ZIMMER, RENATE (2006): Handbuch der Psychomotorik. Theorie und Praxis der psychomotorischen

Förderung von Kindern. Freiburg.

FISCHER, KLAUS (2001): Etablierung der Psychomotorik als Wissenschaftsdisziplin – psychomotorische

Konzepte im Wandel. In: FISCHER, KLAUS; HOLLAND-MORITZ, HOLGER (Hrsg.) (2001): Mosaiksteine

der Motologie. Reihe Motorik. Bd. 24. Schorndorf, S. 74-85


[1] vgl. hierzu Richtlinien und Lehrpläne Sport NRW 2003, XXXV: Den Körper wahrnehmen und Bewegungsfähigkeiten ausprägen (Inhaltsbereich 1).

[2] vgl. hierzu Richtlinien und Lehrpläne Sport NRW 2003, XXVII: Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern (pädagogische Perspektive A)

[3] vgl. hierzu Richtlinien und Lehrpläne Sport NRW 2003, XXX: Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen (pädagogische Perspektive E)