AGs im Schuljahr 2011/12

AGs an der Max & Moritz Schule

Schon seit einigen Jahren gibt es neben dem Unterricht ein Angebot an Arbeitsgemeinschaften an der Max & Moritz Schule. Hier können die Kinder nach dem Unterricht, manchmal auch am Nachmittag, ihren Interessen nachgehen ohne ständig an Leistung und Noten denken zu müssen. Neben dem Spaß und dem Fachwissen können die Schüler hier ihre sozialen Kompetenzen und Durchhaltevermögen trainieren.
In AGs zeigen Schüler häufig sehr viel Engagement. Wahrscheinlich deshalb, weil sie sich ihre Arbeitsgemeinschaft selbst aussuchen können und hier ohne Leistungsdruck arbeiten können. Besonders hervorzuheben sind neben den fachlichen Aspekten vor allem die sozialen Kontakte. In den AGs treffen Kinder mit denselben Interessen aufeinander, so lässt es sich unter Umständen leichter Freundschaft schließen. Seinen eigenen Interessen so gezielt nachgehen zu können, stärkt die Kinder auch in ihrem Selbstvertrauen. Sie merken, dass sie etwas leisten und erreichen können. Von diesem neu gewonnenen Selbstvertrauen profitiert auch der Regelunterricht.

Im Schuljahr 2011/2012 bieten wir folgende AGs an:

Schach AG:
Durch die Kooperation mit den Sankt Augustiner Schach Club bieten wir seit mehreren Jahren in insgesamt 4 Gruppen eine Schach AG an. Hier können die Schüler durch einen Schachlehrer das Schachspiel gründlich erlernen oder bereits vorhandene Kenntnisse vertiefen. Psychologische und pädagogische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Beschäftigung mit dem Schachspiel
die Konzentrationsfähigkeit erhöht
das logische und mathematische Denkvermögen spielerisch trainiert
das selbstverständliche Entwickeln von Problemlösungen fördert
zum selbstkritischen Überdenken eigener Fehler anregt

„Was Jogging für den Körper bedeutet, vermittelt Schach für den Geist“ (Dt. Schulschachstiftung)

Robotik AG
In unserer Arbeitsgemeinschaft zum Thema  „Robotik“, sollen Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von LEGO Education WeDo das Bauen und Programmieren einfacher LEGO Modelle erlernen.
Die Modelle können durch den Anschluss von Motoren und Sensoren an den Computer und durch die Verwendung von einfacher Drag-and-Drop-Software programmiert werden. Hierdurch erlangen die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse in der Wissenschaft, Technologie, Technik und Mathematik. Aber auch andere Fähigkeiten wie z.B. Sprache, Lese- und Schreibfähigkeit, Teamentwicklung, Kommunikation und Problemlösung lernen sie zu entwickeln.
Die Arbeitsgemeinschaft wurde im letzten Schuljahr erstmalig angeboten und ist seitdem ein voller Erfolg. Die Schülerinnen und Schüler sind hochmotiviert, voller eigener Ideen und kaum zu bremsen. Hier können sie ihrer Kreativität im Bauen und Programmieren von vorgegeben oder selbst entwickelten Modellen freien Lauf lassen.

Tanz AG
In der Tanz-AG werden körperliche, geistige und soziale Kompetenzen gefördert. Im Vordergrund steht der Spaß an der Bewegung. Das übergeordnete Ziel der Tanz-AG ist die tänzerische Darstellung der kindlichen Erlebniswelt.
Mittels leichter Choreographien verbessern die Kinder ihr Rhythmusgefühl, ihre Haltung sowie räumliche Orientierung. Bewegungsabläufe werden so verankert und die Kinder gewinnen an Sicherheit- gleichzeitig wird die Muskulatur nachhaltig gestärkt und Kondition und Kraft werden ausgebaut. Durch die Vermittlung der Grundkenntnisse des klassischen Balletts werden die Gelenkigkeit und die Haltung der Kinder gefördert.
Die Kinder entwickeln Selbstbewusstsein durch das regelmäßige Üben, die bewältigten Aufgaben und die daraus resultierenden Erfolge, wie z.B. der Applaus nach Auftritten. Durch die spielerische und musikalische Arbeit wird die Kreativität und Phantasie gefördert. Die Kinder können so einen eigenen Stil ausbilden und ihre Ausdrucksfähigkeit und Präsenz prägen.
Die Zusammenkunft mit anderen Kindern aus anderen Klassen lässt eine Gruppendynamik entstehen. In Spielen und Partnertänzen überwinden sie ihre Berührungsängste- so wird das Sozialverhalten gefördert und es entsteht Selbstvertrauen. Nur wenn alle im selben Takt gemeinsam üben entsteht ein Tanz.

Musik AG
In der Musik-AG setzen sich die Kinder auf vielfältige Weise mit Musik auseinander. Es wird versucht an die musikalischen Fähigkeiten und individuellen Begabungen der Kinder anzuknüpfen und diese weiter zu entwickeln. Insbesondere soll die Freude und das Interesse der Kinder an Musik geweckt und intensiviert werden und ihre musikalische Ausdrucksfähgkeit entfaltet werden.
Inhalte:
-         Lieder singen und sie mit Instrumenten begleiten
-         Bewegen zur Musik
-         Rhythmuserziehung
-         Verklanglichungen
-         Musik wirken lassen: Malen zu Musik

Chor
Für die Kinder der Jahrgänge 2 bis 4 bieten wir einen Chor an. Darin sollen vor allem die Freude und Lust am Singen und am gemeinschaftlichen Musikerleben vermittelt werden. Dies auch in Vorbereitung auf eventuelle spätere Chor- und Instrumentalkreise, in denen das Kind im Laufe der Jahre vielleicht teilhaben wird.
Neben verschiedenen stimmbildnerischen Übungen steht die Erweiterung des Liedrepertoires durch jahreszeitliche Kinderlieder und teilweise auch modernere Stücke der U-Musik im Vordergrund. Dabei lernen die Kinder die Lieder auswendig, um sie möglichst frei stimmlich gestalten zu können. Das deutliche Sprechen, bzw. Singen ist dabei natürlich von großer Bedeutung. Denn nur so haben Auftritte im Kleinen (z.B. Adventsfeier) oder auch im Großen (Schulfest, Einschulungsfeier,…) ihren Erfolg. Das Gemeinschaftsgefühl, das dabei entsteht, nimmt die Kinder auch in die Verantwortung, ihren Part gut zu können und evtl. Bewegungsabläufe geübt zu haben.

Kunst AG „Auf den Busch geklopft – den Bildern auf den Versen“
Mit den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern werden Bildgeschichten von Wilhelm Busch gelesen und ausgewählt, welche davon im Rahmen des Projekts benutzt werden. Wir besprechen die einzelnen Geschichten und versuchen sie in die heutige Zeit zu übertragen. Welche Probleme werden geschildert, gibt es die auch bei der heutigen Jugend? Sind die Moralvorstellungen heute noch wichtig und wie würden Streiche von Kindern heute bestraft? Die Kinder sollen diskutieren lernen und Meinungen von anderen tolerieren. Da es interkulturelle Gruppen mit besonderem Förderbedarf sind, wird Wert auf den Abbau von Vorurteilen gelegt. Die ersten Skizzen für „neuzeitliche“ Bildergeschichten nach Art von Wilhelm Busch werden angefertigt. Die Bilder sollen sprechen, es wird also auf Text verzichtet. Jetzt werden die Skizzen auf Leinwand übertragen. Teilweise entstehen so comicartige Bilderserien. Es kann aber auch die Leinwand für ein Einzelbild genutzt werden. Die Kinder lernen den Umgang mit Farben, Schattenfall und Tiefenwirkung. Fragen wie: „Wie mischt man eine Hautfarbe?“, „Wie malt man Wolken“ werden durch eigenständige Versuche geklärt. Die Kinder sollen beim Malen Selbstbewusstsein bekommen. Es geht nicht um „schön“ oder „nichtschön“. Diese „Kunst“ soll Spaß machen und stolz, was man alles kann-
Alle Arbeitsschritte werden dokumentiert (Fotos, Skizzen, Farbbeispiele
etc.) du im Rahmen des Schulfestes präsentiert.


Und die Moral von der Geschicht: „Kann nicht malen“ gibt es nicht!

Pausenspiele AG
Der Schulhof der Mittelstraße bietet zurzeit nur wenig Spielanregungen sowie Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder. Bisher verfügt jede Klasse über eine eigene „Pausenspielkiste“ mit einer kleinen Auswahl an Spielsachen für die große Pause. Auch die Schülerinnen und Schüler der Mittelstraße bedauern diesen Zustand und wünschen sich eine abwechslungsreichere Pause mit attraktiveren Spielangeboten. Im Rahmen der Pausenspiele-AG sollen die Wünsche und Anregungen der Kinder bezüglich einer Umgestaltung des Schulhofes und der Etablierung einer „Zentralen Pausenspiel-Ausleihe“ formuliert und entsprechend der vorhandenen Möglichkeiten umgesetzt werden. Damit sich die Beteiligung der Kinder nicht auf ein bloßes „Mitmachen“ beschränkt, sollen die Kinder der AG im Vorfeld Meinungsbilder einholen (Interviews mit den anderen Schülern führen; Umfragen erstellen und auswerten). Die Kinder sollen bei der Umgestaltung aktiv mithelfen und mitentscheiden, welche Veränderungen durchgesetzt werden sollen. Dabei stärken die Schülerinnen und Schüler ihr Verantwortungsbewusstsein und ihr Selbstbewusstsein (sie agieren ja stellvertretend für die restliche Schülerschaft), sie erlernen und verstehen demokratische Entscheidungsabläufe und erfahren einen persönlichen Nutzen des eigenen Engagements. Auch das Organisieren und Verwalten ist Bestandteil der Pausenspiel-AG. Geplant ist nämlich, dass die Kinder der AG später weitgehend selbständig die Ausleihe der Spielsachen führen und koordinieren und sie nach und nach weitere Kinder in ihren „Job“ einführen, sodass die „Zentrale Pausenspiel-Ausleihe“ langfristig bestehen kann.

Theater AG
Die Theater-AG findet freitags in der 5. und 6. Stunde im Sportraum der Mittelstraße für Kinder aus beiden Gebäuden unserer Schule statt. Der erste Termin war zum Schnuppern, seitdem proben wir in einer festen Gruppe. Im Schuljahr 2011/ 12 werden wir ein eigenes Stück mit eigenen Rollen erfinden, erspielen und mehrmals vorführen. Erste Wünsche der Theater-Kinder offenbarten ein Faible für Piraten, Feen, Prinzessinnen und Zauberer. Mit diesen märchenhaften Figuren lässt sich ein zauberhaftes Stück kreieren, das sich innerhalb der Proben entwickeln wird.
Zunächst allerdings spielen wir Theater-Spiele um uns gegenseitig  kennen zu lernen und ein Gruppenzugehörigkeitsgefühl zu entwickeln. Denn bei der Aufführung später wollen wir gemeinsam etwas auf die Bühne bringen und das geht nur, wenn jeder sich in der Gruppe aufgenommen fühlt und sich alle gegenseitig unterstützen.
Um dem Spielpartner in die Augen schauen können, damit auch ein Zuschauer erkennen kann, wer mit wem spielt und spricht und um sich an die erarbeiteten Bewegungen, Interaktionen und Sprechtexte zu erinnern und diese an passender Stelle wieder abrufen zu können, sind Konzentrationsübungen in spielerischer Art und Weise ein wesentlicher Bestandteil der ersten Theaterspiele. Auch wird hierbei gleichzeitig das Stehvermögen ausgebaut um frei im Raum stehen und sich präsentieren zu können. Ebenso muss Geduld geübt werden, da beim Proben nicht immer alle gleichzeitig (vor-)spielen können und im Theaterstück auch nicht immer alle gleichzeitig auftreten werden.
Indem immer wieder freie Spielräume geschaffen werden, in denen Improvisationen mit dem Körper, mit Gegenständen, mit Situationen, ihren Platz finden, wird die Kreativitätsentwicklung (Vorstellungskraft, Flexibilität) gefördert. Im  Miteinander-Spielen wird Wert gelegt auf  soziale Interaktion und zunächst nonverbale Kommunikation, da hier der Blick der Kinder auf den Ausdruck des Körpers gelenkt wird. Fokussierung auf Gestik und Bewegung des eigenen Körpers spielen zunächst eine zentrale Rolle, bevor weiter auf Mimik und Sprache eingegangen wird. Ein Bedeutungsinhalt wird im Theater stark über Körperhaltung und -bewegung zum Publikum transportiert. Hier nehmen die Kinder ihren Körper bewusster wahr und können so Bewegungen wiederholbar machen, was wichtig ist für das Gelingen der Hauptproben und der Aufführung. Aus diesem Grund ziehen die Theater-AG-Kinder zu den Proben eine bequeme lange (Sport-) Hose und Stopp-Socken an, da sie sich sehr viel bewegen.
Sprache ist ein weiterer Bestandteil von Theaterstücken, wird aber immer erst nach dem Improvisieren mit dem eigenen Körper und nach dem Spielen mit den anderen Kindern hinzugenommen.  Die Kinder werden nach dem nonverbalen Spielen zunächst ihre eigene Sprache benutzen können. Später in den Hauptproben müssen sie durch Mitspieler und der Regie führenden Lehrkraft korrigierte Texte erlernen.
Eine hohe Leistung ist es, wenn Kinder es schaffen sich auf den Charakter ihrer Figur einzulassen, spezifische Eigenschaften heraus zu spielen und sich in diese Figur mit ihren Wünschen, Motivationen und Gefühlen hineinversetzen können. Für Kinder, die ein hohes Empathievermögen besitzen, wird dies leichter sein, als für Kinder, die erst auf solche inneren Vorgänge in Figuren aufmerksam gemacht werden müssen und versuchen sollen, diese anzunehmen und darzustellen.
Beim Theaterspielen geht es nicht nur um das Aufsagen von Texten, sondern ganz besonders darum, eine Geschichte mit dem Körper zu spielen.