Erfahrungen eines Klassenpflegschaftsvorsitzenden

Alle Eltern kennen die Situation. Während des ersten Elternabends eines neuen Schuljahres lässt die gefürchtete Frage des Klassenlehrers oder der Klassenlehrerin die Blicke der anwesenden Eltern starr auf die vor ihnen stehenden Schultische verharren; „Wer möchte sich als Elternvertreter wählen lassen?“

Ich habe mich vor einigen Jahren für diese Aufgabe gemeldet, obwohl auch ich keine Ahnung hatte, was da auf mich zukommt.

Zunächst einmal ist der Klassenpflegschaftsvorsitzende im Bereich der Klasse des eigenen Kindes tätig. Hier ist er die Verbindungsstelle zwischen Eltern und Lehrern. In regelmäßigen oder auch anlassbezogenen Gesprächen werden die Anliegen der Eltern mit dem Klassenlehrer erörtert. Sollte es einmal zu Unstimmigkeiten zwischen Eltern und Lehrern kommen, kommt dem Klassenpflegschaftsvorsitzenden die Rolle des neutralen Vermittlers zu.Weiterhin werden Aufgaben erledigt, die neben dem eigentlichen Lehr- und Lernbetrieb anfallen (z.B. Einteilung der Eltern beim Schulfest oder auch der Organisation des Koffertransports mit Fahrzeugen der Eltern bei einer Klassenfahrt).

Neben Tätigkeit in der „eigenen“ Schulklasse sind die Klassenpflegschaftsvorsitzenden auch Mitglieder der Schulpflegschaft. Die Schulpflegschaft ihrerseits entsendet wieder Vertreter in die Schulkonferenz. In diese beiden Gremien werden die Interessen der Eltern der gesamten Schule vertreten. Alle für die Schule bedeutsamen Angelegenheiten werden hier diskutiert und entschieden. Hier wurde beispielsweise das Fortbestehen des jahrgangsübergreifenden Unterrichts beschlossen. Es werden auch Themen erörtert, die uns alle schon seit längerem ärgern. Sei es die Toiletten- und Schulhofsituation in der Mittelstraße, oder die Schallschutzproblematik in der Siegstraße.

Die Aufgabe des Klassenpflegschaftsvorsitzenden nimmt natürlich Zeit in Anspruch. Dieser zeitliche Aufwand liegt meines Erachtens aber in einem erträglichen Rahmen. Neben den obligatorischen Elternabenden der Schulklasse fallen im Regelfall je zwei Sitzungen der Schulpflegschaft bzw. der Schulkonferenz an. Daneben sind ein paar Schreiben an die Eltern zu verfassen und die eine oder andere E-Mail muss verschickt werden. Aber was ist dieser Aufwand im Vergleich zu der Möglichkeit, hierdurch aktiv an dem Schulalltag seines Kindes mitzuwirken?

Viele Grüße

Markus Budzinski

(Klassenpflegschaftsvorsitzender der 3/4 c und stellvertretender Schulpflegschaftsvorsitzender)