Jahrgangsübergreifendes Lernen

  • Jedes Lernen ist Fördern, jedes Fördern ist Lernen!

Die Förderung aller Kinder, wichtigstes Ziel von Unterricht, kann nur dann erfolgen, wenn die Heterogenität in den jahrgangsübergreifenden Lerngruppen erkannt und sinnvoll genutzt wird.

Der jahrgangsübergreifende Unterricht basiert auf innerer Differenzierung, d.h. jedes Kind lernt seinen individuellen Voraussetzungen entsprechend nach individuellen Tages- oder Wochenplänen schneller oder langsamer, wird gefördert oder gefordert.

Die Förderung ergibt sich zum einen aus differenzierten Arbeits- und Lernangeboten, welche ein individuelles Lernen je nach Lernvermögen- und Lerntempo ermöglichen (Lernen ohne Grenzen). Zum anderen bedarf es einer konsequenten Durchführung diagnostischer Verfahren sowie gezielter Beobachtung im Unterricht.

Offene Unterrichtsformen wie Werkstattunterricht, Stationsbetrieb, Freie Angebote ermöglichen selbsttätiges und eigenverantwortliches Lernen.

In den altersgemischten Lerngruppen findet durch das „Helferprinzip“ eine zusätzliche Förderung statt. Die „Großen“ helfen den Jüngeren und erleichtern den Schulneulingen den Schuleintritt und die Phase des Einlebens erheblich (Partner- und Helfersystem); Ältere profitieren von den Jüngeren, manches wiederholt und festigt sich. Defizite können durch übergreifende Angebote im Klassenverband aufgearbeitet werden. Ältere mit erheblichen Schwierigkeiten können ohne Klassenwechsel ein Schuljahr wiederholen. Schnelle jüngere Kinder können schnell „nach oben“ differenziert werden und Lernangebote der Älteren wahrnehmen, den Stärken entsprechend.

Vor diesem Hintergrund spielt die Vermittlung von Lerntechniken und Lernstrategien eine wichtige Rolle (Methodenkompetenz), denn nur so kann das Helferprinzip im offenen Unterricht sinnvoll umgesetzt werden.

Neben den Maßnahmen und Möglichkeiten der inneren Differenzierung finden weiterhin auch Maßnahmen der äußeren Differenzierung statt, wie in Demek-Förderstunden oder im Lernstudio der Schuleingangsphase.

  • Soziales Lernen in altersgemischten Klassen

Ein wichtiger Vorteil dieses Lernen liegt in einer deutlichen Steigerung der Sozialkompetenz. Da das Alters- und das Leistungsspektrum sehr vielfältig ist, ergeben sich zahlreiche Situationen, in denen sich die Kinder gegenseitig unterstützen müssen, aber auch sich in unterschiedlichen Rollen und Kompetenzen erleben. Außerdem ergeben sich breitere Differenzierungsmöglichkeiten nach oben und unten, fließende Übergänge sind möglich.

Die Schule unterstützt die Kinder nicht nur bei ihre individuellen Lernprozessen, sondern auch im gemeinsamen Lernen, so dass alle Beteiligten miteinander, voneinander und füreinander lernen können:

Miteinander: -Mädchen und Jungen lernen in reflexiver Koedukation

-Sie lernen in altersgemischten Klassen

Voneinander:      -Jede oder jeder kann etwas!(Vielfalt als Chance)

-Teamarbeit stärkt

-Feste Strukturen nützen

Füreinander:         -Orientierung am Vorbild der Lehrerin/ des Lehrers

-Orientierung am Vorbild anderer Kinder

-Helfen nützt allen!

-Demokratisches Verhalten wird angebahnt

  • Die veränderte Lehrerrolle als Lernbegleiter

Das jahrgangsübergreifende Lernen bringt eine Rollenveränderung der Lehrerin oder des Lehrers mit sich, die wir akzeptieren und aktiv gestalten wollen. Sie geht weg vom Lehren als Verteilen von Wissen hin zum Gestalten und Begleiten von Lernprozessen und zur Stärkung der aktiven und eigenverantwortlichen Lernens der Kinder.

Grundlegend ist die Akzeptanz der Vielfalt und eine ermutigende und positive Haltung gegenüber vorhandenen Kompetenzen und erbrachten Leistungen um die Weichen für ein motiviertes lebenslanges Lernen zu stellen.

Um den unterschiedlichen individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder gerecht zu werden, bieten sich, auf der Grundlage täglicher Beobachtungen und gezielter Diagnoseverfahren, abgestimmte Lernarrangements und offene Unterrichtsformen an, die ebenfalls eng mit der beschriebenen Lehrerrolle verknüpft sind. Auch die Leistungsfeststellung und -beurteilung muss sich den veränderten Bedingungen anpassen und den individuellen Lernfortschritt auf Grundlage festgeschriebener Leistungskriterien berücksichtigen. Schülerselbsteinschätzung und Schülerfeedback ergänzen unseren demokratischen Ansatz (s. Leistungskonzept)

  • Zur Organisation der Lehrerinnen und Lehrer

Die Klassen werden jahrgangsübergreifend unterrichtet. Dabei wird das Klassenlehrerprinzip bevorzugt, aber nach Möglichkeit auch die Kontinuität im Klassenteams bewahrt. Diese können sich aus Klassenlehrerin/-lehrer, Fachlehrerin/-lehrer, Sozialpädagogin, Sonderpädagogin/-pädagogen, aber auch LAAs, Schulbegleitern und Bufdis bestehen. Die Stammgruppen bleiben über 3 bzw. 4 Jahre bestehen.

Die Schülerinnen und Schüler werden nach Auswertung der Beobachtungen und im Austausch mit den Kitas und Eltern möglichst so in die aufnehmenden Klassen (1/2 oder 4/1) eingeschult, dass sie ohne einen belastenden Klassenwechsel ein, zwei oder drei Jahre in der Schuleingangsphase verbringen können.

  • Organisation der Sozialpädagogin

Die Sozialpädagogin steht am Standort, Siegstraße an 3 Tagen, in der Mittelstraße an 2 Tagen zur Förderung in der Schuleingangsphase zur Verfügung. Dabei fördert sie vor allem in den Schuleingangsklassen in Absprache mit den Klassenlehrerinnen und –lehrern durch Maßnahmen der inneren als auch äußeren Differenzierung (Lernstudio) die entsprechenden Kinder.

In der Schuleingangsphase kann die Förderung bei Bedarf bis zu drei Jahren erfolgen. Dabei wird die Förderung entwicklungsverzögerter Kinder weiterhin Schwerpunkt der Sozialpädagogin bleiben. Durch die gemeinsame Beobachtung der Kinder im Klassenteam können diese in den Bereichen der Wahrnehmung, Motorik, Sprache (insbesondere phonologische Bewusstheit); Mengenerfassung und des Spiels gezielt gefördert werden.

Gemeinsame Besprechungen in den Stufen- und Teamkonferenzen (Konferenztag- montags) können die Qualität des pädagogischen Spektrums erweitern und sichern.