Wie es zu jüL kam…

Wie es zu JÜL kam

Niemals zuvor vollzogen sich Veränderungen, Fortschritte und Umbrüche so rasant, tiefgreifend und vielfältig wie in unserer Zeit. Für unsere Kinder ist es daher schwieriger denn je, in einer Welt ihren Platz zu finden, in der sich die gesellschaftlichen Werte wandeln, in der traditionelle Lebensformen zunehmend abgelöst und soziale Beziehungen neu gestaltet werden, in der ihr Lebensraum weiter eingeschränkt und von den Medien und Technik bestimmt wird.

Angesichts der Veränderungen von Kindheit heute muss sich die Schule u.a. fragen, welche zeitgemäßen, am Kinde orientierten Organisationsformen wohl am besten dazu beitragen können, den Kindern die nötigen Kompetenzen und Fähigkeiten zu vermitteln.

Wir versuchen an der Max & Moritz Schule diesen Veränderungen von Kindheit Rechnung zu tragen. Hierbei gilt es insbesondere die heterogenen Gruppen zu berücksichtigen, sprich „Jedes Kind ist anders“. Doch wenn wir das annehmen, stellt sich uns die Frage: „Warum stecken wir dann Kinder gleichen Alters in eine Klasse? – Damit wir sie pädagogisch gleich behandeln können?“ Wir alle wissen inzwischen, dass wir im Leben Kenntnisse, Fertigkeiten, Einsichten zu sehr verschiedenen Zeitpunkten und auf verschiedenen Niveaus erwerben.

Die Annahme, dass Kinder zu einem bestimmten Zeitpunkt reif für das Lernen sind, widerlegt der internationale Vergleich. Denn in anderen Ländern wird bereits mit 5 Jahren eingeschult oder erst mit 7. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Kinder mit 6 Jahren in die Schule kommen. Doch sind sie auch gleichartig, wenn sie gleichaltrig sind? Diese Frage kann wohl jeder mit einem klaren Nein beantworten!

Langsam lernende Kinder haben in jahrgangsgemischten Klassen die Möglichkeit Unterrichtsinhalte in der vertrauten Lernumgebung zu wiederholen. Ein Klassenwechsel und das klassische „Sitzenbleiben“ werden somit vermieden. Das bedeutet, dass diese Kinder für das Lernen in der Grundschule 5 Jahre Zeit haben. Besser Lernende hingegen haben die Möglichkeit die Grundschule in 3 Jahren zu schaffen.

Altersgemischte Gruppen sind eine gute Tradition des Kindergartens: Kleine Kinder wachsen von unten hinein, die älteren oben hinaus. Diese Mischung fordert heraus von- und miteinander zu lernen. Kinder lernen gerne gemeinsam und voneinander. Sie können oft viel besser erklären oder haben mehr Zeit. Kurz: Die Kinder kümmern sich umeinander.

So entstand im Kollegium und in der Elternschaft zunehmend der Wunsch, auch in der Schule altersgemischte Klassen einzurichten. Da für unsere Schülerinnen und Schüler, den Rahmenbedingungen der Schule entsprechend, gemeinsames Lernen in stabilen Gruppen mit möglichst gleichbleibenden Bezugspersonen wichtig ist, fand eine Entscheidung für das aufsteigende Modell mit den Stufen 1/2, 2/3, 4/1 statt. Hier bleiben die Kinder in der Regel 3 bzw. 4 Jahre in einer Lerngruppe mit bestenfalls einer Klassenleitung zusammen.